Prof. Franz Radziwill Geburtshaus

Prof. Franz Radziwill

Der Maler Johann Franz Wilhelm Eduard Radziwill wurde am 06. Februar 1895 in Rodenkirchen - Strohausen, Zu den Deichen 15 geboren. Er wuchs in Bremen auf und besuchte die Bremer Kunstgewerbeschule. In dieser Zeit entstanden seine ersten Architekturbilder und Stillleben. 

Ehrenbürger der Gemeinde Stadland

Nach § 29 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz kann eine Gemeinde Personen, die sich um sie besonders verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerrecht verleihen.

In den 50 Jahren des Bestehens der Gemeinde Stadland ist das Ehrenbürgerrecht erst zweimal verliehen worden: Am 15. Oktober 1978 an den international bekannten Maler Franz Radziwill und am 29. Oktober 1996 an den aus dem Amt des Bürgermeisters und Rat scheidenden Wilhelm Knupp.

Franz Radziwill * 6.02.1895 in Strohausen, ✝ 12.08.1983 in Wilhelmshaven

International bekannter Maler

6. Februar 1975: Franz Radziwill an seinem 80. Geburtstag. Foto: Franz Radziwill Gesellschaft e.V. 

• Franz Radziwill kommt in Strohausen, Zu den Deichen 15, auf die Welt.

• 1896 Umzug der Familie nach Bremen.

• 1913 bis 1915 Studium der Architektur und Industriellen Formgebung an der Technischen Staatslehranstalt Bremen (heute Zweig der Hochschule Bremen). Zusätzlich nimmt er an Abendkursen in figürlichem Zeichnen an der Kunstgewerbeschule teil.

• 1915 bis 1918 Sanitätssoldat in Russland, Flandern und Nordfrankreich.

• 1918 bis 1919 Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit fasst er den Entschluss, Maler zu werden.

• 1919 bis 1923 Wohnung und Atelier in Bremen. Seine ersten Werke werden der expressionistischen Stilrichtung zugeordnet.

• Seit 1921 Ausstellungsbeteiligungen in vielen Städten Deutschlands und des Auslands.

• 1923 Erwerb des Fischerhauses in Dangast an der heutigen Sielstraße, in dem Franz Radziwill die meiste Zeit seines Lebens verbringen wird. Hier wendet er sich vom Expressionismus ab und eignet sich einen neuen Malstil mit ausdrucksstarken und detailreichen Formen an. Radziwill wird ein Vertreter des Magischen Realismus, einer neuen gegenständlichen Malerei seit den 1920er Jahren.

• 1.05.1933 Eintritt in die NSDAP. Er sympathisiert mit dem linken Flügel der NSDAP, dessen Anhänger einerseits Antisemiten sind und andererseits einen nationalen Sozialismus in den Vordergrund stellen.

• Juli 1933 Berufung als Professor auf dem Lehrstuhl Freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Radziwill lehnt die vom Chefideologen der NSDAP Alfred Rosenberg propagierte völkische Kunstauffassung ab. In Opposition zu Rosenberg sieht er sich als Vorkämpfer für einen nationalen Aufbruch in die Moderne.

• Seit 1934 wird sein expressionistisches Frühwerk als „Verfallskunst“ angeprangert. Radziwill selbst wird als „Kulturbolschewist“ bezeichnet.

• 1935 künstlerische Rehabilitierung durch Carl Röver, den Reichsstatthalter für Bremen und Oldenburg. Radziwill übernimmt auf Anraten Rövers, der ihn als Maler schätzt, die Funktionen eines NSDAP-Kulturstellenleiters im Kreis Friesland und eines NSDAP-Ortsgruppen-Propagandaleiters in Dangast. Trotzdem erfolgt im September die Entlassung aus dem Lehramt in Düsseldorf.

• Im Gegensatz zu seinem frühen Engagement für den Nationalsozialismus, das von der Hoffnung auf soziale und nationale Gerechtigkeit bestimmt ist, steht Radziwill dem NS-Regime seit Mitte der 1930er Jahre zunehmend distanziert, in den letzten Jahren ablehnend gegenüber. Er pflegt Freundschaften mit Pfarrern der Bekennenden Kirche. 1937 findet eine verbotene Versammlung der Bekennenden Kirche in Radziwills Haus statt.

• 1938 werden Werke auf der Berliner Ausstellung Entartete Kunst gezeigt, danach Verbot von Einzelausstellungen durch die „Reichskammer der Bildenden Künste“.

• 1939 bis 1941 Kriegseinsatz als Sanitätssoldat. 1941 Befreiung vom Wehrdienst aus Altersgründen.

• Seit 1946 werden Radziwills Gemälde in vielen deutschen Städten gezeigt. Er erhält in der Folgezeit zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

• 1949 Entnazifizierungsverfahren mit der Einstufung „entlastet“.

• Seit den 1950er Jahren Engagement für den Natur- und Landschaftsschutz in und um Dangast, langjährige ehrenamtliche Tätigkeit als Vogelschutzwart im Wattenmeer.

• 1965 Großkreuz zum Niedersächsischen Verdienstorden.

• 1971 Großes Verdienstkreuz zum Verdienstorden der Bunderepublik Deutschland.

• 15. Oktober 1978 Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der Gemeinde Stadland.

• Seit 1978 Ehrenbürger der Stadt Varel.

• In einer Ratssitzung am 16. Oktober 1979 beantragt Udo Zempel für das 1980 fertig gestellte Rathaus, ein Bild des Ehrenbürgers zu kaufen, um es im Sitzungssaal der Gemeinde auszustellen. Doch den Ratsvertretern ist der Kaufpreis in Höhe von 30.000 D-Mark zu hoch. Heute werden seine Bilder zum Teil für ein Vielfaches verkauft.

• 1980 Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Oldenburg.

• Seit 1987 ist sein Haus in Dangast als Franz Radziwill Haus mit jährlich wechselnden Ausstellungen seiner Bilder für die Öffentlichkeit zugänglich.


Seine Werke sind zu besichtigen im Franz-Radziwill-Haus in Dangast, Sielstraße 3, 26316 Varel. 

Tel.: 04451/2777, E-Mail: info@radziwll.de, www.radziwill.de